Unsere Geschichte


Die Geschichte der heutigen ZENTRALE verfolgt der Kisdorfer Heimatforscher Ernst Kröger ( 1907 – 1990) zurück bis 1591 ( Chronik der Gemeinde Kisdorf, Band II b, 1982 ). Kisdorf war um diese Zeit ein reines Bauerndorf und hatte 200 Einwohner, Kaltenkirchen erst 100. Der Ortskern lag in dem Gebiet der Sengel, der Dorfstraße, des Schmiedeberges und des Etzberges. Die Straße „Alte Vogtei“, die von der Dorfstraße gegenüber der ZENTRALE zur Kisdorfer Schule und zum Etzberg führt, erinnert an die Bauernvogteihufe Nr.1 in Kisdorf. Sie lag auf dem Gelände hinter der ehemaligen Praxis von Dr. Wallrabenstein. Damals war sie der größte Bauernhof im Dorf und Sitz des Bauernvogtes (heute: Bürgermeister).

Kisdorf gehörte zum Verwaltungs- und Kirchenbezirk „Kirchspielvogtei Kaltenkirchen“, die aus 15 Dörfern bestand und sich im 19. Jahrhundert zum „Amt Kisdorf“ entwickelte. Ab 1617 waren in Folge 5 Kisdorfer Bauernvögte auch gleichzeitig Kirchspielvogt vom Kirchspiel Kaltenkirchen. Sie wurden direkt vom dänischen König ernannt und versahen ihren Dienst unter der Aufsicht eines adligen Amtmannes in Segeberg. Neben ihren vielen Aufgaben und Pflichten hatten sie auch Vergünstigungen, wie z.B. Steuerermäßigungen und das alleinige Recht im Dorf, Bier zu brauen, Schnaps zu brennen und einen Krug zu betreiben (Kruggerechtsname oder auch Kruggerechtigkeit genannt). Der Kisdorfer Bauernvogt Paul Bornholt baute 1618 gegenüber von seinem Hof auf dem Gelände der heutigen ZENTRALE eine Altenteilskate, in der er eine Gastwirtschaft betrieb. Die Genehmigung des dänischen Königs dafür hatte Paul Bornholt schon 1591 vom Amtmann von Segeberg erhalten.

In den folgenden 260 Jahren überstand die Kate ein wechselvolles Schicksal. Während der Besetzung Kisdorfs durch die Truppen von Wallenstein und Tilly in den Jahren 1627 / 29 und im nachfolgenden Schwedenkrieg (1643 / 45) brannten die Bauernvogteihufe und die dazugehörige Kate mehrmals ab, wurden aber immer wieder aufgebaut. 1707 wurde die Kate von der Bauernvogteihufe abgetrennt und der Vollhufe "bi de Lehmkuhlen" (Besitzer Jaspar Pohlmann) zugeschlagen. 1777 wird sie zur Freikate erklärt, damit war sie nicht mehr an einen Hof gebunden und konnte verkauft werden. Der erste Käufer war ein Tischler, ihm folgten ein Schmied und zwei Höker. 1861 kaufte der Kisdorfer Bauernvogt Carsten Biehl die Kate und betrieb darin eine Schankwirtschaft. Gemeinsam mit seinem Sohn Diedrich Biehl riss er die alte Kate ab und baute 1891 hier ein großes Haus mit einer Gastwirtschaft und Hökerei. In einer „Durchfahrt“ konnten die Gäste der Wirtschaft ihre Kutschen mit den Pferdegespannen unterbringen. Diedrich Biehl wirtschaftete sehr erfolgreich von 1891 – 1921.

Danach übernahm die Adoptivtochter Paula Hinz mit ihrem Mann die Gastwirtschaft und Hökerei und baute 1928 einen stattlichen Saal mit Parkettfußboden und Bühne an.

Weitere Besitzer waren danach Dora Süllau, Friedrich Bode und Adolf Barkmann. 1954 kaufte Herta Walden das gesamte Anwesen. Sie und ihre Nachfolgerin Frau Schröder ließen Kegelbahnen einbauen und richteten Gasträume in der Durchfahrt ein, weil die Gäste nicht mehr mit Pferden, sondern mit Autos kamen. Die Gastwirtschaft hieß jetzt „Zentralgasthof“.

Viele ältere Kisdorfer werden sich an die vielen Veranstaltungen, wie Bälle, auf denen Kapellen aufspielten, Maskeraden, Versammlungen, Vogelschießen, Weihnachtsfeiern der Schule, Theateraufführungen der Kisdorfer Feuerwehr und vieles mehr erinnern. Einen wöchentlichen Höhepunkt gab es im Dorf, wenn die „Veldkamp Lichtspiele“ in den Zentralgasthof kamen und den Dorfbewohnern, die auf Gartenstühlen saßen, aktuelle Filme vorgeführt wurden.

Auch die heutige ZENTRALE ist mit der Zeit gegangen; sie führt ein zeitgemäßes Restaurant mit Bar, lädt Musikgruppen und Künstler ein und hat eine Kegelbahn. Hier fühlen sich die Kisdorfer und Auswärtigen wohl. Als Motel bietet die ZENTRALE auch die Möglichkeit zur Übernachtung an. Sie hat ihren Eingangsbereich verändert. Die Holzveranda ist einer Haustürüber-dachung gewichen, und die Fenster sind erneuert worden. Im abgegrenzten Bereich vor der ehemaligen Ausfahrt kann man draußen sitzen und sein Bier genießen oder seine Speisen zu sich nehmen.